Die Briefmarken von Mährisch-Ostrau haben eine andere Entstehungsgeschichte:
Im Gegensatz zu den 6 amtlichen Sudetenlandausgaben wurden die Ausgaben von Mährisch-Ostrau vom Philatelisten-Verband langfristig vorbereitet und mit Genehmigung des Postüberleitungsvorstandes amtlich am Schalter mit voller Freimachungskraft an Jedermann zum Nominalpreis verausgabt. Während die sechs amtlichen sudetendeutschen Überdruckausgaben in allerhöchster Gefahr (Sudetenlandkrise) und in großer Eile hergestellt wurden, entstanden die Briefmarken von Mährisch-Ostrau erst 1939 nach planmäßiger Besetzung Böhmen und Mährens durch das deutsche Militär. Die Besetzung wurde in den Verträgen von Berlin und Berchtesgaden zwischen Deutschland (Adolf Hitler) und der Rest-Tschechoslowakei (Staatspräsident Hacha) vereinbart. Die Briefmarken von Mährisch-Ostrau sind deshalb amtliche Vorläufer des Protektorates "Böhmen und Mähren".
Im Hinblick auf die Schönheit und Exaktheit des Überdruckes, handelt es sich wohl um den gelungendsten und klarsten Überdruck. Abarten und Fehldrucke sind (mit Ausnahme der unterschiedlichen Drucktypen und der Stellung des Hakenkreuzes: "geneigtes HK") nicht bekannt.
Die Auflagezahlen sind sehr gering, da diese Briefmarken nur an 3 Tagen (v. 16. - 18.3.1939) am Postschalter verausgabt wurden. Hinzu kommt, dass nach dem Einmarsch der Russen und Übernahme der Verwaltung durch die Tschechen im Jahre 1945, alle Einwohner von Mährisch-Ostrau öffentlich und unter Strafandrohung aufgefordert wurden, diese Überdrucke zur Vernichtung bei den Behörden abzuliefern. Diese Aufforderung wurde wohl streng befolgt, da nach Berichten von Sammlern, in der Tschechoslowakei nach dem Krieg so gut wie keine Marken von Mährisch-Ostrau zu bekommen waren. Wieviele Marken bei der ursprünglich geringen Auflage heute noch existieren, lässt sich nur erahnen.







